Where are you?

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Der nette Mensch vom Moped-Verleih will kein Geschäft mit mir machen. Kein internationaler Führerschein? Ganz schlecht. Viel Strafe. Polizei besonders scharf, heute neues Jahr, Rückreiseverkehr, Straßensperren. Er tippt in sein Telefon und hält mir das Display vor die Nase: „What is fear?“ Oh. Diese existentialistische Übersetzungs-App wieder. Auf Feldwegen im Nirgendwo konfrontierten mich schon giggelnde Mädchen auf Mopeds (!) mit der Frage „Where are you?“ Der freundliche Mann hier aber zweifelt vermutlich an meinen Fahrkünsten. „Hospital nicht modern!“, lässt er sein Telefon ausrichten. Ok, dann eben nicht. Wer weiß, wozu es gut ist. Vielleicht zu gar nichts? Muss überhaupt alles immer einen Sinn haben? Wie bestellt steht an der nächsten Ecke Polizist und kassiert einen Falschparker ab. Geh ich halt wieder zu Fuß, gefällt mit eh besser. Die in der Karte eingezeichnete Quelle ist ja nur gut fünf km entfernt, blöderweise die ersten drei davon auf der Landstraße, wo der Fernverkehr entlang rollt. Doch halt, eine nur unwesentlich längerer Umweg führt über Weiler und Felder. Endet leider auf halber Strecke an einer Schranke, die ein Soldat bewacht. Wir vergleichen unsere elektronischen Landkarten, nichts zu machen, ich muss zurück zur Hauptstraße. Inzwischen steht die Sonne hoch, schwül ist’s und ich hab nur zwei leere Wasserflaschen dabei, bin ja auf dem Weg zur Trinkwasserquelle. Die gibt es dann nicht. Zwei hagere Mönchlein, die genau da, wo die Quelle sein soll, einen Tempel haben, in dem ihr Buddha einen Heiligenschein hat aus sieben Nagas – das sind doch Wasserschlangen? -, deuten demütig lächelnd, oder spöttisch?, in den blauen Himmel. Hä, kein Regen? Was war das mit der Sintflut letzte Woche? Dazu plätschert und gluckert es von allen Seiten, blaue Leitungsrohre ziehen sich kreuz und quer durchs saftige Unterholz. Ein Junge bietet mir auf meine Frage Wasser sus seinem Elternhaus an, begleitet mich dann imerhin zum Bach runter, sagt netterweise „clean“ dazu, wo ich wie ein Idiot sturköpfig meine zwei Plastikflaschen fülle. Schlepp sie auch den ganzen Weg zurück, ohne was davon zu trinken. Wie gut, dass ich nicht abergläubisch bin. Nach dem europäischen Hexengeraune der 12 Rauhnächte verhieße das für meinen August 2018 zwecklose Durststrecken in Sackgassen, für die ich nicht mal ein Moped leihen kann.

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2 Antworten zu Where are you?

  1. eimaeckel schreibt:

    Das mit den Rauhnächten klappt nur, wenn’s kalt ist. 😉 Und das ist es wohl weder bei dir noch hier in Berlin. Also: Moped fahren wird dir auch 2018 gegönnt sein. Für mich war eine Mopedtour übers Land das Beste meiner Kambodscha-Reise. Allerdings hat es eine Weile gebraucht, bis ich eins mit funktionierenden Bremsen gefunden habe. Hauptsache Hupe geht.

    Gefällt 1 Person

  2. docvogel schreibt:

    haha, prima Erklärung, von rauer Kälte kommt das zwar, glaub ich, nicht, aber Hauptsache, das ist alles Humbug. Bin letztes Jahr einen,“loop“ von 5 Tagen in Laos mit dem Motorrad rumgegurkt, das war toll.

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