Gimme shelter

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Benjamin heißt der Hund, sein Mensch liest ein Buch über Hunde, das hat er gefunden, es lag auf der Straße. Da leben sie sonst, der Mensch seit 12 Jahren, mit Hund sei es schwieriger, da hat man Verantwortung. Im Moment sind sie bei einem Kumpel untergekommen, den haben sie Sylvester kennengelernt, für den Hund war das wie Krieg, er brauchte Schutz, ein Unterschlupf. Es nieselt. Auf das Brücke über den Landwehrkanal steht ein Klavier auf Rollen. Ein junger Typ in Kapuzenmantel spielt eine Sonate, im losen Kreis um ihn herum bleiben Passanten stehen, alle sind schwarz gekleidet, sie wirken beseelt. Im schwarzen Wasser posieren die Schwäne vom Urbanhafen für Gruppenfotos. Am Karpfenteich hinter dem Sowjetischen Ehrenmal übt ein Mann Saxophon, sein Rad ist an die Sitzbank gelehnt, niemand nimmt bei ihm Platz. Im Unterholz des Waldes, wo ich einen versteckten Ort zum Pinkeln suche, hat jemand die sorgsam entblößten Wurzeln eines großen Baumstumpfs zu einer abstrakten Skulptur poliert. Warum sieht das so kitschig aus? Adern, Sehnen, Muskelstränge, Schrankwandkranich. Zwischen Baumgeäst ist eine graue Plane über einen gefallenen Stamm gespannt, unter einem Gebüsch duckt sich ein zerrissenes gelbes Igluzelt. Bald wird Grün die Spuren verdecken.

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