Einatmen, ausatmen

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Es geht immer noch langsamer. Der orangefarbene Bus braucht gut fünf Stunden für die etwa 140 km, die Türen bleiben offen, es ist Nacht, als wir ankommen. Auch Mae Hong Son ist abgelegen, in sich ruhend und überschaubar, eine junge Frau am Tresen des „Living Museum“ reicht mir einen schwarz-weiß kopierten Stadtplan, auf dem eine Spaziergangsroute an ein paar markanten Holzhäusern im burmesischen oder Shan-Stil entlang durch die Kleinstadt vorgeschlagen wird, Dauer eine Stunde. Auf dem überdachten Morgenmarkt trinke ich frisch gebrühten Kafffee, neben mir auf den Plastikhockern würzen zwei Polizisten ihre Eier im Glas mit Maggi. Eine lange Treppe mit Schlangengeländer führt im Zickzack einen bewaldeten Hügel hinauf zu einem alten Tempel aus dem Jahr 1870, außer mit ist dort zu Fuß nur das übliche Rudel räudiger Hunde unterwegs. Ein angedeutetes Bücken. als wollte man einen Stein aufheben, mit dem man nach ihnen werfen könnte, macht klar, wer hier Angst vor wem haben muss und die Kläffer ziehen die Schwänze ein und kuschen weg. Mit Autos und Mopeds sind ein paar Thailänder die Serpentinenstraße zum Tempel und seinen blendend weißen Chedis hochgefahren. An Souvenirbuden mit den immer gleichen Ethnosachen starren Verkäuferinnen auf ihre Smartphones, ein wenig besseren Absatz finden die Opfergestecke mit Kerzen, Räucherstäbchen und weißen Astern, die Panorama-Aussicht über das Tal bis zu den umgebenden Bergketten zwingt zu Erinnerungsfotos. In meinem von Hippies empfohlenen Gasthaus ziehe ich um in die Holzklasse, das ist der erste Stock, wo die Zimmer Bambusmattenwände haben und eine langgezogene Veranda aus polierten Teakholzdielen den Blick zum See, naja Dorfteich, mit illuminiertem Tempel gegenüber freigibt. Ringsum das Ufer ist allabendlich Nachtmarkt mit kleinen Ständen, wo ich gleich mal mit einem heißen Nutellacrepe, na gut Reisdonut, die Promenade lang bummeln werde. Ein oder drei Kneipen gäb es noch, sonst ist nichts los. Die Kinder sind am längsten wach.

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3 Antworten zu Einatmen, ausatmen

  1. speedhiking schreibt:

    „Bambusmattenwände und eine langgezogene Veranda aus polierten Teakholzdielen“ mit Seeblick klingt sehr gut!

    Gefällt 2 Personen

  2. docvogel schreibt:

    ist sehr gut! Allerdings mit Außenklo, aber das kennen wir ja noch ausm Weddng…

    Gefällt 2 Personen

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