Totholz

Tönsheide


„Hier dürfen Bäume wieder alt werden und natürlich sterben“. Steht auf einer der zahlreichen, selbst schon etwas verwitterten Schautafeln in meinem derzeitigen Spaziergangswald. Ein morbid verwunschener Zauberwald, der zum Urwald renaturiert wird. Umgefallene Bäume heißen Totholz und bilden Lebensgrundlage für haufenweise andere Organismen. Bechsteinfledermäuse, vier Paare Schwarzstörche, Rotmilane und den Ubu soll es hier geben, Spechte klopfen, Rehe springen herum, Eichhörnchen und Hasen sehe ich und unwegsamen Wege sind von entwurzelten Giganten verbarrikadiert oder von Wildschweinen durchpflügt. In schwarzwassrigen Tümpeln und mit Entengrütze bedeckten Teichen, Matschpfützen und gluckernden Bächen sollen Adonislibellen (rot) und Hufeisen-Azurjungfern und eine Vielzahl an Lurchen und Molchen leben. „Go to your happy place“, so wieder Mathias Enard in seinem dermaßen wunderbaren Orient-Roman „Kompass“ (voriger Blogeintrag), sagt man in irgendeiner amerikanischen TV-Serie, wenn man jemanden in den ewigen Schlaf, in den Tod entlässt. Ist der Himmel ein Wald?

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Eine Antwort zu Totholz

  1. dagehtwas schreibt:

    Bestimmt! Einen Himmel ohne Wald kann es gar nicht geben 😉 sehr schöne Worte für ein STück Urwald!

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