Ostermontagsdemo

 

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Wie? Fugen begrünen? Im Gartenfreund, unserer Verbandszeitschrift für das Kleingartenwesen, heißt es in der Märzausgabe: „Unkraut jäten, ade! Begrünte Fugen sind pflegeleicht und attraktiv“. Soll man darin den längst überfälligen Paradigmenwechsel im Kleingartengewese ausmachen, oder was jetzt. Bei mir hat der Garten das Denken übernommen. Und der sagt: Unkraut jäten, ole. Die zierlichen Schösslinge, die man herausreisst, sind nur leicht verwurzelt, der Boden krümelig, da krallt noch nichts. Die Grasbüschel im Beet sind wehrlos, jetzt kriegt man sogar die überwachsenen Beetränder kurz freigelegt, zur Erinnerung, dass es da Ränder gibt. Noch bevor ich den Rucksack an der Hütte abgelegt habe, häng ich schon gebückt überm Beet. Auf einen Schlag hat die Saison der Vernichtung wieder eingesetzt. Ab sofort bin ich die Sklavin dieses Wucherers, dazu verdammt, den Wildwuchs immerzu einzudämmen. Ich sage nur Rasenmähen. Hecken hacken, abschneiden, rausrupfen, mit Stumpf und Stiel ausmärzen. Löwenzahn, Ampfer, Vogelmiere, Pfennigkraut, Schuttkresse, Vergissmeinnicht nicht zu vergessen. Fast alle essbar. Da wären die blaugrünen Blättchen der Brennesseln, die an unterirdischen Tentakeln hervorspitzen. Ungezähmt wachsen die sich später zu einem meterhohen Horst aus. Und natürlich der Giersch. Man nehme die noch gefältelten Blatttriebe, wie alle jetzt sprießenden Grünpflanzen als würzige Salatbeigabe, gehäckselt zu Kräuterquark, in Pesto, als Spinat oder igitt, in pürierten Mixgetränken. Man verhindere aber auch mit allen anderen Mitteln jegliches Ausbreiten dieser würgenden Wurzelthiszoms. Eine anständige Portion frischer Gierschspitzen holt man sich eh besser in Parks und lichten Wäldern, wo er hellgrüne Teppiche bildet. An Gebüschrändern und an der Pankeaue wächst auch das winzige Scharbockskraut in rauhen Mengen. Meist direkt daneben steht eine Art Bärlauch und die blauen Szillas. All das junge Grünzeug ist voller Mineralien und Vitamine, die säuerlichen Note steht für C wie Zitrone, der knoblauchige Duft für keimhemmende Wirkung, bitter für giftig. Alles super gegen Arthritis, Arthrose, Prostatakrebs, Gicht, Rheuma, bloß bei Rücken hilft nichts.

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