All the lonely people

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Man kann jede Stimmung eines Filmes völlig verändern, indem man einen anderen Soundtrack darüber legt. Das hat der Berliner Elektromusiker Frieder Butzmann mal in einem wie immer bei ihm köstlichen Performance-Vortrag gezeigt. Die Liedzeile „… where do they all come from?“ stammt aus dem Beatlessong „Eleanor Rigby“, das sie 1966 auf dem Album „Revolver“  veröffentlichten. Manchmal reicht eine Nacht in einem eisgekühlten Überlandbus, in dem der ersehnte Schlaf sich in verbogenen Gliedern und Wehwehchen verflüchtigt. Die eigene Verwundbarkeit reisst die Wahrnehmung für das Leid der anderen auf. Am Morgen sieht die ganze Welt müde aus, die Leute abgearbeitet und endlos traurig. Als wäre all ihr Mühsal in ihren Gesichtern und Körpern zu Tage gekommen, im Schatten zwischen dem Glitzern des Marktes scheint der Kampf um die schiere Existenz auf, jedes Lächeln entblößt Zahnlücken, Versehrungen der Armut. Und dann saugt es einen doch wieder ein, nimm mich mit, nimm mich auf in den Fluss des Lebens. Und über den schmutzstarrenden Knäueln der Stromleitungen und Reklameplanen geht ein blasser Vollmond auf. All das ist wahr und geschieht genau so.

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