Honigkuchenpferdmodus

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Das vielfach empfohlene Mut Mee Garden Guesthouse am Mekong ist voll. Mein Glück. An der Rezeption arbeitet eine nette Berlinerin mit ungesunder Haut. Die Zimmer liegen in einem wundervoll schattig zugewachsenem Garten. Viele Gäste sind  Langzeitpatienten, Winterflüchtlinge wie ich. Im luftig offenen Restaurantpavillon an der Uferpromenade wird deutsch gesprochen, oder sächsisch? Ergraute Langhaarige mit Plautze und ihrer ekligen Selbstgerechtigkeit genehmigen sich schon am Vormittag  ein Bier zum Müsli. Fast alle Gästehäuser am Pier sind ausgebucht. Manche bieten fensterlose Rattenlöcher im Keller – I mean it- zu Preisen an, für die man am Nachtmarkt drei Armbanduhren kriegt. Wo ist die Busstation? Am Ende der Uferpromenade frage ich bei einem unscheinbaren Flachbau aus gelbem Beton an. Und Bingo. Zimmer im Holzhaus dahinter mit allem. Heißwasserdusche, Wasserkocher und Veranda,  von der man sogar den Mekong sieht. Und Fahrrad. Zehn Kilometer weiter den Strom hinunter kaufe ich einen wagenradgroßen Hut, weil er aus echtem Stroh und handgemacht ist,  mach mich zur Vollheidi und ernte dafür noch breitere Lächeln, esse auf dem Feuer gesottenen Klebreis in duftenden Bananenblättern, finde Schatten in abgelegenen Tempelchen. Honigkuchenpferdmodus, yeah.

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