Rückkehr zur Arschkanone

 

Versiffte Klos (nur) an der Grenze mit Arschkanonen (bumbguns, oder Mösenduschen), Einreise per Stempel ohne Formularausfüllen (90 Tage Visum!), halbierte Colapreise, Männer mir Röcken, Selamat Datang, Malaysia! In Malakka kostet der Bus ins Zentrum knapp 30 Cent, dafür fahren wir erst mal zur Tankstelle. Melakka ist ein pittoreskes Touristenkaff mit quietschbunt glitzernden Fahrradrikschas und Gebimmel und dödelnden Lautsprechern. Die Stadt auf halber Strecke zwischen China und Indien, mit leichtem Zugang zu den Gewürzinseln Indonesiens (die Fähre nach Sumatra dauert nur 2 1/2 Stunden) war schon seit Hunderten von Jahren ein wichtiger Handelsplatz und Hafen. Die einwandernden Chinesen heirateten in malayische Familien ein, aus dieser Mischung entstand der architektonische Peranaka Stil. Seit 1414 ist die Stadt vorwiegend islamisch, Anfang 1509 kamen die Portugiesen und übernahmen nach kurzem Rückschlag die Herrschaft, sie vertrieben den Sultan, der ein Stück weiter im Süden, in Johor sein neues Königreich aufmachte. Aber auch die arabischen Händler zogen andere Handelsplätze vor  um 1641 kamen die Holländer, die den Freihafenboom versemmelten, indem sie absurd hohe Steuern erhoben, 150 Jahre später wurde sie von den Franzosen verscheucht, 1824 tauschten die Briten Melakka gegen einen Hafen in Sumatra. Was für ein Geschachere der  Kolonialmächte. Und alle haben ihre Spuren ginterlassen. Ich wohne in einer simplen Absteige mit Familienanschluss. Am Küchentisch bei Kabel-TV, – es läuft ein Zeichentrickfilm über smarte Kakerlaken – erzählt mir der Hausherr bei einem Kaffee, ein ehemaliger Lehrer, dass sie zu den Chitty People gehören, das sind indisch-chinesische Einwanderer und noch immer hinduistisch. Ich schlafe wie ein Murmeltier bei Karaokemusik einer Bar gegenüber, habe einen kleine Betonkiste als Balkon und nutze die Wäscheleine. Der Regen verzieht sich, ein dringender nature-call lotst mich in ein White Coffee House und guck an, hier  gibts Wifi.

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