Abraham und das Vermächnis des Kula-Rings

 

 

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Auch nach vier Stunden kein Flugzeug in Sicht. Der Lodgefahrer Abraham Kila und noch ein Haufen Männer wartet mit mir, ob überhaupt eines kommt. Es gibt gerade keine Telefonverbindung zum Festland, liegt wahrscheinlich am heiligen Gewitter gestern Nacht. Die grauhhaarige Flughafenmanagerin ist auch schon beim Betelkaufen. Wird das heute wohl noch was? Lange bevor ich was höre, stürmen die Kinder an den Maschendrahtzaun: ein Flugzeug taucht im Himmel auf. Wir sind nur vier Passagiere, einer ist barfuß. Fehlalarm, das war die Maschine zu den Solomonen Inseln. Während wir warten, gibt Iglesias eine Runde Kaffelikör aus dem Flachmann aus, kann nichts passieren, einer der Mittrinker ist Polizist. Meine Donation wird unverzüglich in ein Sixpack umgesetzt. Ich fotografier derweil wieder ein kostbar dekoriertes Yamshaus und darf dafür einen Obolus an den „alten Mann“ des Dorfes entrichten. Noch an der Bude wird das lauwarme Dosenbier unter uns aufgeteilt. Vielleicht das deutlichste Zeichen für die lebendige soziale Tradition des Kula-Rings: Was man geschenkt bekommt, darf man nicht für sich behalten. Es muss sogleich gemeinschaftlich vernichtet werden.

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