Get lost

Der Anglerladen ist verschwunden. Die Kaffebudenfrau mit den Pubertätspickeln nicht an ihrem Fleck. Die Fährfrau hat heute an der linken Hand rosafarbene Nägel. Auch der Tempel heißt anders als auf meiner Karte. Das bedeutet nichts. Auf kleinen Inseln kann man ja eigentlich nicht verloren gehen. Ein lehmgraues Schwein trottet über die Straße. Der gelbhaaarige Mann ohne Zähne sagt, nach  11 Kilometern endet die Straße und ich soll nach rechts abbiegen. Am Tempel, der ein anderer ist, stehen zwei Mönche mit Iphones. Wir machen Fotos voneinander. Reverend Jotika Thera kommt aus Myanmar/Birma und lädt mich in sein Kloster ein. Er erklärt nicht unstolz, dass die Burmesen 1767 den Tempel der Siamkaiser hier gestürmt und zerstört haben. Wie  es dort jetzt politisch so sei, in Myanmar. Wie hier, bisschen  kühler vielleicht, denn der Yan Kin Hill in Mandalay liege etwas höher. Bei dem, was ich für ein Restaurant halte, feiern zwei Dutzemd Menschen etwas. Ein Frau schnibbelt Grünzeugs in einen Müllsack und schenkt mir eine Flasche Trinkwasser.  Ein Mann fegt seelenruhig die Blätter in der Wiese um die riesige Chediruine zusammen. Morgen beginnt er von neuem.Unser Sisyphoskonzept ist falsch. Morgen ist ein neuer Tag und es muss erneut Wasser getrunken werden und den Fluss hinab strömen. Aber morgends fließt er in eine andere Richtung als abends. Da bin ich mir sicher.

Werbeanzeigen
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, asien, Ayutthaya, fahrrad, Fluss, Insel, Reise, Sport, tourismus, travel abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s