Über Zaune

image heut ausnahmsweise mal ein selfie

Grenzen sind nicht alle doof. Sie helfen als Geländer, dass man nicht herunterfällt, etwa vom Dach der Gasagzentrale am Hackeschen Markt, wo Freundin Iris Hanika letzt eine Lesung aus ihrem neuen Roman gemacht hat. „Wo der Mülle geordnet wird“ (Droschl Verlag) ist übrigens ein sehr tolles Buch über Berlin, spilet zT. um die Wendezeit, tvoller bösem Humor und wunderbarem Sound, das gar nicht genug gelobt werden kann. Wetter und Bewirtung ließen auch nichts zu wünschen übrig.
Grenzen markieren Terrain und wenn es das eigene ist, bieten sie Schutz gegen Eindringlinge von außen. Im Garten beispielsweise sind das Zäune, die gerne mit Büschen, Stauden und Hecken bepflanzt werden. Zum Weg hin, der öffentlicher Raum ist, dürfen die nicht höher als 1,25 m sein. damit Spaziergänger sich am Paradies dahinter weiden können. Zum Nachbarn rüber dürfen sie höher sein, aber auch hier gilt laut Schrebergartenverordnung von 1913, dass Ziergehölzer wie Forsythien, Liguster oder gar Flieder nicht höher als 2,50m wachsen dürfen. Bei mir sind die Fliederbäume bestimmt fünf Meter hoch, undenkbar die abzusäbeln. Die Grenzregionen sind jedoch auch der beliebte Ansiedlungsort von superfiesen Pflanzen. Der Hopfen, sautief verwurzelt ist quasiunausrottabr, über den Giersch brauchen wir gar nicht zu reden, das Efeu ist auch ein Überleber alles Rausrupfattacken. Die Brombeere vom Nachbarn, etwa Garagengroß versperrt mir schon,fast den Zugang zur Hütte, wird aber erst brutal zurückgeschnitten, wenn sie abgeerntet ist. Doch der letzte Schrei ist der Knöterich, ich glaibe wenigstens dass diese übelst kolonialisieredne Pflanze mit ihren unscheinbaren Blütchen und bald knötchenknubbeligen Früchten so heißt. Über Nacht quasi, gut in einer Woche, hat sie nicht nur den monströsen Brombeerbusch überwuchert, sie kletterte in den Flieder hoch und breitete sich über die Koniferen aus. Die sind ja auch nicht gerade beliebt, aber halt eine prima Sichtschutzwand. Und das will man ja, privacy. Dem Knöterich mit seinen zehnmeterlangen Austrieben mit spiralistischen Häkchen musste leider massakriert werden. Zuerst landet der Haufen auf dem Kompost. und wenn er dann nächstes Jahr von dort aus in seinen genetisch codierten Überlebenlampf zieht? Also alles zurück und in schwarze Müllsäcke gestopft. Gartenpflege ist schon ziemlich viel Vernichtungswerk. Zivilisiation oder gar Kultivierung nennt sich das dann.
Aber noch mal zurück zu den feinen Seiten der Zivilisation

Die Schriftstellerin Iris Hanika

Die Schriftstellerin Iris Hanika


Buchhändlerin Hella  war auch bester Laune

Buchhändlerin Hella war auch bester Laune

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2 Antworten zu Über Zaune

  1. Drittgedanke schreibt:

    Sehr waghalsig, diese Annäherung an hochgelegene Absperrungen (insbesondere nach Alkoholgenuss)!! Bis die Forsythien von sich aus bemerken, wie waghalsig es ist, in Schrebergärten über 2,50m hinaus zu wachsen, wird´s wohl noch ein Evolutiönchen dauern. Aber deutsche Kleingärtner sind ja gründlich und geduldig…

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