Tiger Lillies

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Am Törchen hält der ansonsten eher kontaktscheue Gartenfreund sein Fahrrad an und ruft etwas über den Zaun. Teichlilien? Tiger Lillies? Ich guck verständnislos. Na, stand doch in der Zeitung, sagt er, würd jetzt welche tauschen gegen Rotes Teufele. Da dämmerts mir: Thai-Chili! Wie’s der Zufall will, habe ich gerade ein Kistchen der stärksten meiner auf dem Fenstersims gezogenen Schösslinge dabei. Eine Freundin aus Kreuzberg hat schon im Tausch fünf handtellergroße Hokkaidopflänzchen mitgebracht. Allerbeste Bioqualität, versichert sie. Als ob bei uns nicht alles bio wäre. Im vorigen Jahr schlängelte sich aus dem Nachbargarten ein prächtiger Kürbisbusch über meinen niedrigstämmigen Apfelbaum. Da revanchiere ich mich jetzt mal und suche Wucherplätze in Zaunnähe aus. Eine Woche später sind von den flauschigen Blättern des einen Hokkaidos nur noch Stumpf und Stiel übrig, auch von den Thai-Chilis haben einige den Umsiedlungsschock nicht gut verkraftet. Ganz zerzaust und wacklig gucken sie aus dem Grasnest hervor, das sie gegen Wind und Wetter schützen sollte. Ein paar sind ganz verschwunden. Die Tauben, sagt ein anderer Nachbar. Tauben? Haben wir doch gar nicht, denk ich noch, und wie zum Gegenbeweis landet eine schöne grauweiße Türkentaube auf dem Apfelbaum. Ganz schön gefährlich hier im freien Land! Die zarten Roten Teufele betuttele ich lieber noch ein bisschen daheim im beschützen Bereich auf dem Küchenfenstersims.

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