wird schon

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Zu merken ist das ja nicht: Seit sieben Wochen werden die Tage wieder länger. Und seit letztem Montag sollen die Knechte und Mägde wieder aufs Feld hinaus. Was sollen die denn da? Ist doch noch alles gefroren. Wär jedenfalls besser. Dieser halbherzige Bodenfrost verleitet viel zu viele Pflänzchen dazu, vorwitzig ihre hellgrünen Fühler durch die Krume zu spitzen oder gar voreilige Knospen auszutreiben. Das sollten sie mal schön den Schneeglöckchen und ersten Krokussen überlassen. Bei den Katholiken ist am 2. Februar Mariä Lichtmess und erst da, nach vierzig Tagen (Fort-)Pflanzungs-Quarantäne für Maria nach Jesus’ Geburt, endete die Weihnachtszeit. Man weihte ein paar Kerzen, die gegen Seuchen und Gewitter schützen sollten, und die Dienstboten bekamen Lohn und ein paar Tage frei, um ihn wieder zu verjubeln. Was denn nun, „Schlenkerltage“ oder raus auf den Acker? „Wenn’s an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit“, heißt eine andere Bauernregel. Ziemliches Durcheinander in diesen Kalendern. Auf den Heiligen Urban vom 3. Februar, den Patron des württembergischen Weinbaus, folgte am 6. Februar der Tag für die Märtyrerin Dorothea von Cäsare, Schutzpatronin der Blumenhändler. Im Gartenfreund, unserer Vereinszeitung, wird neben einer „Multitopfplatte“ zur jetzt anstehenden Fenstersims anzucht der obligatorischen Tomatenpest eine sehr verlockende neue Samenmischung angepriesen: „Nachtschwärmer-Treff“. Oh Herr, her damit!

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