Wo der Hammer hängt

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261,934,78 US$ zum Ausbau der Hauptstraße (Foto) und zur Förderung des nachhaltigen Tourismus im allgemeinen wurden von Grant ABD No 117/Lao gestiftet. Wahrscheinlich wurde das meiste davon in das Schild investiert, das dieses Projekt anzeigt. Korruption gehört auch in Laos zur Volkskultur. Laos bekam im Vietnamkrieg, in den es nicht offiziell verwickelt war, etwa 2 bis 2,5 Millionen Tonnen amerikanische Bomben ab,  weil im Osten der Ho Chi Minh Pfad verlief, eine von der Luft aus uneinsichtige Trasse für den Nachschub des Vietcong. Dresden 1945: ca. 7000 Tonnen. Ein Drittel des Landes ist bis heute nicht von Blindgängern, Landminen und sonstigen UXOs (unexplodet objects) geräumt. Aber Laos stand nie so im Mittelpunt der Weltöffentlichkeit wie Kambodscha und es gibt keine Pulitzerpreisträger-Reportagen wie die von Joel Brinkley, die ich heut endlich mal auslesen will. Bei der alljährlichen Geberkonferenz in Phnom Penh vor fünf Jahren sprach die da noch neue amerikanische Botschafterin Klartext: 20000 Schulen mit sechs Klassenzimmern hätte die Regierung bauen können für die Summe, die in den Taschen einiger Parteibonzen versackt war: 500 Tausend Millionen $, in einem Jahr. Das hielt die internationalen Hilfsorganisationen nicht davon ab, ihre Spenden fürs kommende Jahr mehr als zu verdoppeln auf 1,1 Milliarden $. Auch wenn die vielen – über 2000, mehr als sonst wo pro Kopf – NGOs meist die einzigen Ansprechparter für die Rechtlosen und Bitterarmen sind, drängt sich die leise Frage auf, ob all die seit 1992 nach Kambodscha gepulverten Milliarden nicht vor allem dazu beitragen, das System, das sie bekämpfen wollen, zu stabilisieren. Tricky ist, dass am Erhalt des Status quo quasi alle interessiert sind: die Kleptoktaten im „Staatsdienst“ sowieso, der NGO- Mitarbeiter, der einen kolonialen Lebensstandart mit Dienstboten und SUV geniesst samt der angehmen Existenzlegitimation des Wohltäters, der mit vollen Händen Geld um sich verteilt, das ihm nicht gehört, und der bei erfolgreicher Projekterfüllung arbeitslos und aus dem geborgeten Paradies vertrieben würde, ebenso abhängig vom steten Fluss der Gaben sind auch die Almosenempfänger, die eine Opfer-Identität kultivieren, die sie lehrt, ein fotogen hungriges Gesicht zu machen, sobald sich die Armada internationaler Volunteer-girls mit ihrem Gratissäcken voll wahrscheinlich genmodifiziertem Reis nähert. (Jared Downing, www.keysrokeerrors, über den dump king von Mae Sotin Thailand, tipp der Berliner Wärmedämmungsweisen R.) Aber jetzt mal Schluss damit, die Spendenaufrufe der „Mitleidsindustrie“  (Linda Pohlmann) sind überstanden, Hallo Weihnachten. „Unchain my heart“…

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